Dank für Einsätze und Qualität / Bürgermeister Hagenacker verteidigt Gemeindevollzugsdienst auch im Blick auf den Brandschutz.

BZ 26.04.16-1

Die Geehrten: Walter Hügle, Lothar Brubpach, Paul Jöhle, Rainer Engler, Cornelia Fichtmüller, dahinter Kreisbrandmeister Jörg Berger, Bürgermeister Heinz-Rudolf Hagenacker, Gesamtwehrkommandant Lars Stukenbrock, Swen Schwaab, Bettina Hübner, Heike Rheinschmidt, Andreas Höfflin und Martin Enderlin.
Foto: Aribert Rüssel

TENINGEN-NIMBURG. Bei der Hauptversammlung der Gesamtwehr Teningen sprachen alle Abteilungen Gesamtwehrkommandant Lars Stukenbrock das Vertrauen für weitere fünf Jahre aus. Entscheidend für seine erneute Kandidatur war die gute und offene Zusammenarbeit aller Abteilungen und dem Ausschuss. "Ohne diese Voraussetzung könnte ich solch eine Aufgabe nur schwerlich wahrnehmen, dafür auch in Zukunft meinen Dank", so Stukenbrock.

Der Grundsatz: "Wir sind eine Feuerwehr" offenbarte sich auch in seinem Tätigkeitsbericht. Insgesamt verfügt die Gesamtwehr über 162 aktive Feuerwehrangehörige, inklusive der 23 Mitglieder des Spielmanns- und Musikzugs der Abteilung Köndringen. 24 weibliche Mitglieder gehören dazu. Da die Teninger gute Erfahrungen mit Quereinsteigern mittleren Alters gemacht haben, wollen sie diese Gruppe speziell ansprechen. Dazu soll am 6. Mai eine Veranstaltung stattfinden.

"Einsätze, die einen nicht so schnell loslassen"

Zwar wies die Einsatzstatistik einen Rückgang von 79 auf 60 Alarmierungen aus; der Grund dafür dürften die ausgebliebenen Unwetter gewesen sein. Dennoch war 2015 arbeitsreich. Zum Beispiel bei zwei Wohnungsbränden in Köndringen und Teningen, sowie bei zwei Gefahrguteinsätzen, die einen besonders hohen Ausbildungsstand, Umsicht und Geschick verlangten. Und es gab Einsätze, die, wie es Stukenbrock formulierte, "einen nicht so schnell loslassen". Sei es bei einem Verkehrsunfall mit einer eingeklemmten Person, oder die Wohnungsöffnung mit dem Auffinden einer toten Person, die seit zwei Wochen vermisst wurde. Sein Kommentar: "Auch das ist Feuerwehr".

Und dann der überörtliche Einsatz bei einer Herbolzheimer Firma: "Wenn man mit vier weiteren Feuerwehren eingesetzt ist und sich erst nach zwei Stunden ein erster Löscherfolg einstellt, obwohl man allein im Abschnitt der Teninger Wehr mit 6000 Liter Wasser pro Minute und entsprechend viel Schaum versucht, das Feuer zu löschen, dann kann auch ein Laie erahnen, wie groß der Brand war", sagt Stukenbrock. Und fügt hinzu: "Ein Feuer, das man in seiner Gemeinde so nie erleben möchte."

Um all das kompetent zu bewältigen, gibt es viele Übungen und Sonderproben für Maschinisten, Atemschutzgeräteträger und die Proben des ABC-Zugs, für den es künftig eine Sonderausbildung gibt, auch wegen des neuen Gerätewagens Gefahrgut am Standort Teningen. Für 2017 ist vorgesehen, die Dienstpläne der Abteilungen noch stärker zu vernetzen. So soll es Ausbildungseinheiten auf Ebene der Gesamtwehr für Zug- und Gruppenführer geben – auch hier nach dem Grundsatz "Wir sind eine gemeinsame Feuerwehr".

Mit den Worten: "Es ist kein Luxus, wenn wir jetzt wieder mit einem Gemeindevollzugsdienst das Parken insbesondere in den engen Gassen ahnden und überwachen", wies Bürgermeister Heinz Rudolf Hagenacker auf das Gefährdungspotenzial durch falsches Parken hin. Denn bei Begutachtungsterminen des Übungsobjektes war es nicht einmal ansatzweise möglich, mit der Drehleiter auf das Areal zu gelangen – mit im Ernstfall für Nachbargrundstücke verheerenden Folgen.

Alexander Huy bezeichnete 2015 als ein erfolgreiches Jahr für die 38-köpfige Jugendwehr, darunter neun Mädchen. Diese Zahlen sind für ihn ein Argument, anzunehmen, dass die Jugendfeuerwehr attraktiv ist. Dazu tragen maßgeblich 13 Betreuer aus allen Abteilungen zusätzlich zu ihrem normalen Feuerwehrdienst bei. Durchschnittlich opferte jeder 64 Stunden seiner Freizeit für den Nachwuchs. Es wurden 21 Probenabende absolviert, wobei die 24-Stundenübung ein besonderes Erlebnis war. Bei den Wettkämpfen der Kreisjugendfeuerwehr kamen die Teninger auf den 6. Platz. Mit dem Christbaumeinsammeln füllen die Jugendlichen ihre Kasse auf. Derzeit wird der Helfertag der Blaulichtorganisationen ( 28. Oktober) vorbereitet – die Feuerwehr präsentiert sich an Grundschulen, auch um neue Mitglieder zu werben. Nebenher renovieren die Jugendlichen den Jugendraum und sanieren die Spritzwand und den heißen Draht, ein Geschicklichkeitsspiel.

Ehrungen: Kreisbrandmeister Berger nutzte die Gelegenheit, allen seinen Dank für das abgelaufene Jahr auszusprechen, und ehrte für 25 Jahre Martin Enderlin, Swen Schwaab und Andreas Höfflin sowie Lothar Brubpach und Paul Jöhle mit dem Feuerwehrehrenzeichen in Gold für 40 Jahre. Der bisherige stellvertretende Teninger Abteilungskommandant, Rainer Engler, erhielt das Feuerwehr-Ehrenkreuz in Bronze. Lars Stukenbrock erhielt ebenso wie der ehemalige Abteilungskommandant Walter Hügle das Feuerwehr-Ehrenzeichen in Silber. Hügle wurde zudem für seine über 25-jährige Tätigkeit als Heimbacher Abteilungskommandant und seinen unermüdlichen Einsatz für die Wehr zum Ehrenkommandanten ernannt. Landesstabführer Nico Zimmermann zeichnete Bettina Hübner für 20, Cornelia Fichtmüller und Heike Rheinschmidt für 30 Jahre Spielmannszug aus.

Wahl Feuerwehrausschuss: Matthias Brubpach, Rainer Engler, Michael Gassser, David Meister, Uwe Schillinger, Andreas Höfflin, Martin Ehrenfelder, Volker Kopp, Jonas Schneider, Matthias Klappich, Martin Schneider, Stefan Michels und Tobias Mick.

Beförderungen: zum Feuerwehrmann Marcel Böcherer, Florian Eisele, Björn Schwaab, Tom Weiler, Christian Weiler, Carina Stratz und Raphaela Fischer, zum Oberfeuerwehrmann Alexander Huy, Thomas Wiedemann und Ralf Hugenschmidt, zum Hauptfeuerwehrmann Dirk Bürklin, zum Löschmeister Timo Grafmüller und Stefan Obrecht.

Quelle: Badische Zeitung