Bei der Übung in der Nimburger Poststraße kam zu den "üblichen" Herausforderungen noch der Platzmangel.

BZ 26.04.16-2TENINGEN-NIMBURG. "Es ist von vornherein klar, dass diese Hauptübung hier in der Nimburger Poststraße angesichts der beengten Zufahrtswege eine besondere Herausforderung für die Einsatzkräfte ist", erklärte Oberbrandmeister Walter Hügle, der diesmal als Gästebetreuer den Ablauf der Übung erklärte. Pünktlich um 16 Uhrsetzte sich ein Szenario in Bewegung, das nah an der Realität erahnen ließ, wie schwierig der Ernstfall ausfiele.

Das Übungsobjekt war ein ehemaliger landwirtschaftlicher Betrieb: Wohnhaus, Schopf und Stall sind eng miteinander verbaut, es ist nur schwer von allen Seiten zugänglich. Der Hauptzugang ist nur über eine enge Straße erreichbar – sollten dann dort noch Autos parken, ist ein Durchkommen für die Rettungsfahrzeuge kaum mehr möglich. Daneben besteht nur die Möglichkeit, über einen Fußweg seitlich oder über eine Stalltüre eines Nachbargebäudes in den hinter dem Schopf liegenden Garten zu gelangen.

Ausgangslage war: Bei Schweißarbeiten an einem Fahrzeug im Bereich des Schopfes gerät dieses in Brand, das Feuer greift auf den Schopf über. Der Brand breitet sich rasch aus und bedroht das angrenzende Wohnhaus. Eine Person ist beim Löschversuch schwer verletzt worden, eine weitere wird vermisst und in der Aufregung hat ein Bewohner einen Herzinfarkt erlitten.

Als das erste Einsatzfahrzeug aus Nimburg eintrifft, hat sich das Feuer bereits zum offenen Dachstuhlbrand im Bereich des Schopfes und der Stallung entwickelt und droht sich weiter auszubreiten. Rauch stieg aus dem Übungsobjekt und hüllte das gesamte Areal ein.

Umgehend wird die Lage erkundet und aufgrund der Rückmeldung an die Teninger Wehr entschließt sich der Kommandant bei der Anfahrt, zur Nachalarmierung der Abteilungen Köndringen und Heimbach. An der Einsatzstelle übernimmt Gesamtkommandant Lars Stukenbrock die Einsatzleitung. Umgehend weist die Einsatzleitung den Löschfahrzeugen Standort und Aufgaben zu. Die richtige Platzierung zur effektiven Koordination der Einsatzfahrzeuge und vor allem die Kommunikation, auch zur eigenen Sicherheit der Einsatzkräfte, hatten hohe Bedeutung, vor allem, weil das Areal sehr unübersichtlich war. Dabei bewährte sich der hohe Ausbildungsstand der Teninger Gesamtwehr. Sofort erfolgte die Menschenrettung durch die Atemschutztruppe und der Löschangriff von allen erdenklichen taktischen und erfolgversprechenden Punkten aus. Ein Vorteil war, dass der erste Löschwasseraufbau sofort nach Eintreffen der Nimburger Wehr vorgenommen werden konnte. Obwohl ein Hydrant vorhanden war und die Nimburger Wehr auf dem Innengelände mehrere Löschangriffe startete, unterstützte die Abteilung Teningen, Köndringen und Heimbach zusätzlich mit weiteren Löschangriffen von der Langestraße und einem seitlich verlaufenden Weg die Nimburger. Wegen des angenommen starken Funkenfluges schirmte die Drehleiter die Nachbarhäuser von der Burgstraße her ab.

Ohne den Sanitätsdienst des DRK-Ortsverbandes Teningen wäre solch eine Großübung nicht möglich, denn auch bei Übungen kann einiges passieren. Im übrigen hat der Sanitätsdienst ein großes Interesse daran teilzunehmen, um den Leistungsstand zu präsentieren und zu überprüfen. Kreisbrandmeister Jörg Berger gab bei der Übungsbesprechung noch den einen oder anderen Tipp, aber im Großen und Ganzen war er sehr zufrieden mit der Übung – ebenso wie Stukenbrock, insbesondere da das Zusammenspiel der Abteilungen reibungslos funktioniert habe.

Quelle:Badische Zeitung