In Teningen standen vier Häuser in Flammen / Ursache noch unklar/ Hilfsbereite Nachbarn.

TENINGEN. Die Feuersäule war weithin zu sehen. Ein Großbrand an der Kirchstraße/Ecke Riegeler Straße hielt die Einsatzkräfte der Teninger, Emmendinger und Endinger Feuerwehr am Freitagabend nach 21 Uhr bis in die Morgenstunden in Atem. Es entstand ein immenser Schaden von mehreren 100000 Euro. Zwei Feuerwehrleute wurden durch herunterfallende Ziegel leicht verletzt. Es war der größte Brand in Teningen seit dem Brand bei Tscheulin 1958.

Bereits nach sechs Minuten war das erste Fahrzeug und eine Minute später das erste Löschfahrzeug an der Einsatzstelle. Angesichts des Brandausmaßes war der Einsatzleitung sofort klar, alle verfügbaren Einsatzkräfte nachzualarmieren, sowie Emmendingen und Endingen zur Unterstützung anzufordern. Insgesamt waren 138 Feuerwehrleute, 25 DRK-Sanitäter und das Technische Hilfswerk mit neun Personen im Einsatz. Die Feuerwehr konzentrierte ihre Löscharbeiten auf die Schadensbegrenzung der betroffenen Wohnhäuser, die bei Eintreffen der Feuerwehr bereits völlig in Flammen stehende Schreinereigebäude an der Ecke der Kirchstraße/Riegeler Straße konnte nicht mehr gerettet werden. Ein Giebel wurde wegen extremer Einbruchgefahr mit einem Bagger abgerissen.

Die Brandursache ist noch offen, die Polizei setzt einen Sachverständigen ein. Zeugen berichteten von einer Stichflamme und einem lauten Knall, wonach sich auch auf Grund der engen Bebauung der Brand massiv auf drei weitere Anwesen ausbreitete. Es gelang den Feuerwehren, den Brand auf die Gebäude zu beschränken, die beim Eintreffen der Wehr schon brannten. Weitere Nachbargebäude konnten ohne größere Schäden gehalten werden.

Viele Schaulustige, die allerdings den Einsatz nicht behinderten, waren fassungslos, auch weil hier jeder jeden kennt. Und so konnte einem laut heulenden kleinen Jungen, der seinen Vater vermisste, schnell geholfen werden, ein Nachbar hatte ihn aufgespürt. Überhaupt war die Hilfsbereitschaft groß, man kümmerte sich um die teils unter Schock stehenden Nachbarn.

Kreisbrandmeister Berger, der mit Bezirksbrandmeister Adrian Wibel und Emmendingens OB Schlatterer vor Ort war, und Bürgermeister Hagenacker zeigten sich mit der Arbeit der Einsatzkräfte sehr zufrieden. Hagenacker dankte den Helfern und bestätigte, dass alle Geschädigten untergebracht seien. Er sei beeindruckt von der spontanen Hilfsbereitschaft der Nachbarn.

Quelle: Badische Zeitung

 

Bericht der Badischen Zeitung

So hat die Feuerwehr den Großbrand in Teningen bekämpft


Der Großbrand am Freitagabend bot für die Feuerwehren besondre Herausforderungen. Aribert Rüssel sprach mit dem Gesamtwehrkommandanten Lars Stukenbrock darüber. Lars Stukenbrock (47) leitete von 2004 bis 2016 die Abteilung Teningen, seit 2011 ist er Gesamtkommandant.

BZ: Wie stellte sich die Lage beim Eintreffen der Feuerwehr am Einsatzort dar: Waren noch Personen in den Gebäuden?

Stukenbrock: Der erste Eindruck für uns als Feuerwehr war die gewaltige Flammenwand, die sich über mehrere Dachstühle verteilte. Schon auf der Anfahrt konnte man klar erkennen, dass das kein einfacher Einsatz werden wird. Zum Glück konnten alle Bewohner ihre Gebäude selbstständig verlassen. Günstig war dabei sicherlich, dass der Brand zu einer Tageszeit ausbrach, zu der noch alle Bewohner wach waren. Nur ein paar Stunden später wäre die Situation bei der Menschenrettung eine ganz andere gewesen. Da die Bewohner gleich im Anschluss durch DRK und Gemeinde betreut wurden, konnte die Feuerwehr den Schwerpunkt umgehend auf die Brandbekämpfung legen.

BZ: Was waren die Schwierigkeiten bei der Brandbekämpfung?

Stukenbrock: Eine Brandbekämpfung innerhalb eines historisch gewachsenen Ortskern wird für die Feuerwehr immer eine Herausforderung sein. Was aber der großen Unterschied zu anderen gleichartigen Einsätzen war, war der Umfang der Einsatzstelle. Bei einem Dachstuhlbrand sind in der Regel ein, maximal zwei Gebäude betroffen. Hier waren es von Anfang an gleich vier. Dies zeigt deutlich die Dimension, mit der wir es zu tun hatten. Hinzu kam eine sehr hohe Brandintensität im Innenbereich, die es den eingesetzten Atemschutztrupps zeitweise äußerst schwierig, machte zum Zentrum des Brandes vorzudringen. Gerade diese Trupps im Innenangriff haben in dieser Nacht Großartiges geleistet.

BZ: Nach welcher Zeit hatte man das Feuer unter Kontrolle und was waren die Prioritäten?

Stukenbrock: Erste Priorität hat immer die Menschenrettung! Danach liegt sie darauf, eine weitere Ausbreitung des Feuers zu verhindern. Das ist uns dann auch durch den Aufbau von mehreren massiver Riegelstellungen zur Abschirmung gelungen. Ganz wesentlich war aber, dass in Emmendingen/Teningen zwei Drehleitern zur Verfügung stehen. Ohne deren raschen Einsatz hätte sich der Brand weiter ausgebreitet und das Feuer wäre bestimmt auch nicht nach etwas mehr als einer Stunde unter Kontrolle gewesen.

Einsatzstatistik


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