Für den neuen Feuerwehr-Gerätewagen für Gefahrgut des Landkreises gibt es viele Vorschriften und die haben ihren Preis.

BZ 27.12.13KREIS EMMENDINGEN. Der Kreistag hat beschlossen, für den Landkreis einen neuen Feuerwehr Gerätewagen für Gefahrgut zu beschaffen. Der soll über eine halbe Million Euro kosten. Was den neuen Gerätewagen so teuer macht und warum er dringend gebraucht wird, erklärt Feuerwehrkommandant Lars Stukenbrock aus Teningen.

Der alte, in Teningen stationierte, Gerätewagen-Gefahrgut stammt aus dem Jahr 1981. "Damals war er das vierte Fahrzeug seiner Art in Baden-Württemberg und das zweite bei einer freiwilligen Feuerwehr", erzählt Stukenbrock. Das zeige, dass der Landkreis sich schon früh mit möglichen Unfallgefahren von gefährlichen Stoffen befasst habe. Nicht ohne Grund: In Teningen ist sehr viel Industrie angesiedelt und es liegt nahe an der Autobahn. Deshalb steht der Gerätewagen des Landkreises im Teninger Feuerwehrgerätehaus. Bei Unfällen, vor allem mit chemischen Stoffen und Mineralölen, auf Straßen oder Firmengeländen, kommt das Fahrzeug im gesamten Landkreis zum Einsatz.

Viele Teile aus Plastik sind längst zerschlissen

Bei der Begehung im Teninger Feuerwehrgerätehaus fallen Mängel beim alten Gerätewagen gar nicht so schnell auf. Erst bei genauerem Hinsehen zeigt sich, dass viele Teile, vor allem aus Plastik, verschlissen sind. Dasselbe gilt zum Beispiel für Dichtungen und Schutzteile wie sie an Gefahrgutpumpen installiert sind. Im Laufe der Jahre habe man das Ausrüstungskonzept zwar mehrmals überarbeitet, berichtet der Kommandant. Denn ursprünglich sei der Wagen nur auf die Beladung von 7,49 Tonnen ausgelegt. Mittlerweile müsse die Feuerwehr aber wesentlich mehr transportieren als noch vor 30 Jahren. "Wir haben zum Beispiel neue Rohrdichtkissen angeschafft", so Stukenbrock. Damit kann die Feuerwehr lecke Leitungen abdichten, falls etwa Lösungsmittel aus einer Maschine austritt. Doch zeigen die Kissen inzwischen Alterserscheinungen, das Material ist spröde geworden.

Was einen neuen Gerätewagen so teuer macht, sind vor allem gesetzliche Vorschriften. "Die Norm schreibt heute vor, dass die Ausrüstung für ein solches Fahrzeug sehr umfangreich ist", sagt Stukenbrock. Denn im Vergleich zu einer Werksfeuerwehr könnten sich kommunale Feuerwehren nicht spezialisieren. Weil man vor einem Einsatz nie wisse, welche Geräte und Werkzeuge man wirklich brauche. Hinzu komme, dass alle Schlauch- und Rohrverbindungen aus rostfreiem Edelstahl und säurebeständig sein müssten. Diese notwendige Beständigkeit sei mit hohen Kosten verbunden. Das neue Fahrzeug wird auch mit einem neuen Messgerät ausgestattet sein. Dies ermöglicht mehr Messgenauigkeit als das alte Gerät. "Damit stellen wir fest, ob bei einem Unfall Personen frei von biologischen oder chemischen Gefahrstoffen sind", erläutert der Kommandant.

Die Schläuche sind robuster gegenüber Chemikalien

Weil das Gesetz auch neue Normen für Kupplungen vorsieht, fallen die Verbindungsteile künftig noch viel mehr ins Gewicht. "Die sind deutlich schwerer als die alten." Auch die neuen Schläuche wiegen künftig mehr. Denn sie müssen laut Vorschrift einen größeren Durchmesser haben als die alten Schläuche. Diese gesetzliche Forderung ist der Sicherheit geschuldet. Vorteil: Die Schläuche sind dadurch robuster gegen Chemikalien. Das zusätzliche Gewicht würde jedoch den alten Gerätewagen an seine Grenzen bringen. "Trotz des Anhängers, den wir bisher schon mitführen."

Im Landkreis Emmendingen sind etwa 90 Feuerwehrmänner für Gefahrguteinsätze ausgebildet. Wer am Steuer des Gerätewagens für Gefahrgut sitzt und im Notfall die speziellen Geräte bedient, muss zuvor einen 14-tägigen Ausbildungslehrgang besuchen. Daran schließt sich mindestens einmal im Monat ein Dienstabend zum Thema Gefahrstoffeinsatz an. Drei bis vier Jahre dauert es, bis sich ein Feuerwehrmann in diesen Sonderdienst eingearbeitet hat.

 

Quelle: Badische Zeitung


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Hier gelangen Sie zum neuen Gerätewagen Gefahrgut der Feuerwehr Teningen welcher in 2015 durch die Fa. Ziegler ausgeliefert wurde. Der neue Gerätewagen-Gefahrgut ist bei der Abteilung Teningen stationiert und gehört zum kreisweiten Gefahrenkonzept des Landkreises Emmendingen.

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