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Gefahrgut-Unfall auf Firmengelände

Mit Zinken eines Staplers Loch in ein stehendes Fass gestoßen - Sofort Halle geräumt - Zwei Personen vorsorglich im Krankenhaus

DSCN0484-800Polizei, DRK und Feuerwehr wurden am heutigen Vormittag, kurz nach 8.45 Uhr, zu einer Speditionsfirma in die Gottlieb-Daimler-Straße im Industriegebiet "Rohrlache" gerufen. Dort hatte der Fahrer eines Gabelstaplers beim Verladen einer Palette mit einem Zinken seines Staplers ein Loch in ein stehendes Fass gestoßen. In dem Fass befand sich gekennzeichnetes Gefahrgut. Durch die Öffnung verdampfte nach dem Vorfall ein ätzender Stoff.

Ein Verantwortlicher vor Ort reagierte schnell und ließ die Halle sofort räumen. Zusätzlich wurden unverzüglich die Rettungs- und Hilfsdienste informiert. Sehr schnell waren die Freiwillige Feuerwehr Teningen mit einem ABC-Fachberater, das DRK und die Polizei vor Ort. Letztere sperrte den Unfallort ab.

Die Gefahrgut-Substanz verdampfte teilweise, die Reste der ausgelaufenen Flüssigkeit wurden mit einem Bindemittel aufgenommen. Zwei vor Ort beschäftigte Personen wurden vorsorglich zur Beobachtung in ein Krankenhaus gebracht.

Eine Gefahr für die umliegenden Anwohner und Betriebe bestand aufgrund der Distanz und der Absperrmaßnahmen zu keinem Zeitpunkt. Die weiteren polizeilichen Ermittlungen zum Unfallhergang und zu Verantwortlichkeiten sind noch im Gange. >> zum Einsatzbericht <<

Quelle: Presseinfo des Polizeipräsidium Freiburg vom 17.7.14, 14.03 Uhr

Der Alte hat bald ausgedient

Für den neuen Feuerwehr-Gerätewagen für Gefahrgut des Landkreises gibt es viele Vorschriften und die haben ihren Preis.

BZ 27.12.13KREIS EMMENDINGEN. Der Kreistag hat beschlossen, für den Landkreis einen neuen Feuerwehr Gerätewagen für Gefahrgut zu beschaffen. Der soll über eine halbe Million Euro kosten. Was den neuen Gerätewagen so teuer macht und warum er dringend gebraucht wird, erklärt Feuerwehrkommandant Lars Stukenbrock aus Teningen.

Der alte, in Teningen stationierte, Gerätewagen-Gefahrgut stammt aus dem Jahr 1981. "Damals war er das vierte Fahrzeug seiner Art in Baden-Württemberg und das zweite bei einer freiwilligen Feuerwehr", erzählt Stukenbrock. Das zeige, dass der Landkreis sich schon früh mit möglichen Unfallgefahren von gefährlichen Stoffen befasst habe. Nicht ohne Grund: In Teningen ist sehr viel Industrie angesiedelt und es liegt nahe an der Autobahn. Deshalb steht der Gerätewagen des Landkreises im Teninger Feuerwehrgerätehaus. Bei Unfällen, vor allem mit chemischen Stoffen und Mineralölen, auf Straßen oder Firmengeländen, kommt das Fahrzeug im gesamten Landkreis zum Einsatz.

Viele Teile aus Plastik sind längst zerschlissen

Bei der Begehung im Teninger Feuerwehrgerätehaus fallen Mängel beim alten Gerätewagen gar nicht so schnell auf. Erst bei genauerem Hinsehen zeigt sich, dass viele Teile, vor allem aus Plastik, verschlissen sind. Dasselbe gilt zum Beispiel für Dichtungen und Schutzteile wie sie an Gefahrgutpumpen installiert sind. Im Laufe der Jahre habe man das Ausrüstungskonzept zwar mehrmals überarbeitet, berichtet der Kommandant. Denn ursprünglich sei der Wagen nur auf die Beladung von 7,49 Tonnen ausgelegt. Mittlerweile müsse die Feuerwehr aber wesentlich mehr transportieren als noch vor 30 Jahren. "Wir haben zum Beispiel neue Rohrdichtkissen angeschafft", so Stukenbrock. Damit kann die Feuerwehr lecke Leitungen abdichten, falls etwa Lösungsmittel aus einer Maschine austritt. Doch zeigen die Kissen inzwischen Alterserscheinungen, das Material ist spröde geworden.

30 Minuten Atemluft

Die Feuerwehren proben in Herbolzheim den Umgang mit einem verunglückten Tanklaster und ihren ABC-Schutzanzügen.

BZ 08.09.2013HERBOLZHEIM. Mehr als hundert Feuerwehrleute und die DRK-Bereitschaft Herbolzheim rückten am Samstagnachmittag beim Feuerwehrfahrzeugbauer Thoma in Herbolzheim an. Konzipiert von der Feuerwehr Kenzingen fand dort eine ABC-Übung statt. Das von Stadtbrandmeister Karl Weiß und Oberbrandmeister Michael Meier geschriebene Drehbuch sah einen Chemieunfall vor, zu dem die ABC-Züge der Wehren im Kreis hinzugezogen wurden.

14.30 Uhr, die Sonne strahlt. Mitten auf einem großen Innenhof der Firma Thoma im früheren Bundeswehrareal steht ein roter Tank. Darauf steht: Übungstank Gefahrgut. Die Feuerwehr Freiburg hat den Tank auf den mit Betonplatten ausgelegten Platz gestellt. Neben dem Tank liegen zwei Jungs. Sie seien schwer verletzt, erklären sie. Verletzungsschminke am Arm unterstreicht das.

Währenddessen läuft der Alarm für die Feuerwehr Herbolzheim. Sie wird zu einem Verkehrsunfall gerufen, bei dem Betriebsstoffe auslaufen. Die Herbolzheimer biegen mit ihrem Löschfahrzeug um die Ecke der Thoma-Geschäftsführung, Stadtbrandmeister Martin Hämmerle steigt aus und begutachtet die Lage. Seine Leute rollen die Schläuche aus, zwängen sich unter die Atemschutzmasken und beginnen, die Verletzten zu bergen und die Betriebsstoffe mit Schaum zu binden.

Doch was aus dem Tank – laut Regie ein angefahrener Tankwagen – ausläuft, ist pure Chemie. Styrol, erklärt Meier am Rande. Damit wird die Herbolzheimer Wehr alleine nicht fertig. Also werden die Wehren alarmiert, die einen solchen Unfall bewältigen können: Erst Kenzingen, dann Teningen und Emmendingen und schließlich auch Waldkirch – sie haben ABC-Züge, um solche Gefahrstoffe zu bekämpfen.

 

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